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In einer Zeit des Friedens, des wirtschaftlichen Aufstiegs und des zunehmenden Wohlstandes gründete im Jahr 1880 der damalige Lehrer Adam Ellinger zusammen mit einigen sangesfreudigen Männern aus der Gemeinde den Gesangverein "Eintracht". Adam Ellinger, gleichzeitig erster Dirigent des Vereins, konnte bereits im Gründungsjahr mit 22 Sängern die Arbeit aufnehmen, um "den schönen und edlen Gesang zu pflegen".
Am 17.06.1900, einem herrlichen Sommertag, wurde zur Freude der ganzen Gemeinde und unter Anteilnahme einer großen Zahl von Vereinen und Festteilnehmern die Fahnenweihe begangen. 24 Sänger folgten der ersten Fahne, die damals 500 Mark gekostet hatte. Die Inschrift lautet: "Freundschaft und Frohsinn erblüht im Lied" und "Sind wir von der Arbeit müde, bleibt noch Kraft zu einem Liede".
Während des 1. Weltkriegs musste der Gesangverein seine Tätigkeit einstellen, da ein großer Teil der Sänger zum Wehrdienst einberufen war. Nach dem Krieg lud Adam Ellinger, inzwischen über 70 Jahre alt, alte und junge Sänger wieder zur Singstunde ein. Die Chorleitung übernahm zunächst der Lehrer Hans Schmalzriedt. Immer wieder musste Oberlehrer a. D. Ellinger einspringen, wenn eine Lücke in der Chorleitung entstand, bis er 1923 seinem Sohn Friedrich Ellinger, der auch sein Amtsnachfolger an der Schule in Gailenkirchen wurde, den Dirigentenstab übergeben konnte.
Vorstand Johann Gramm fiel die ehrenvolle Aufgabe zu, am 01.06.1930, dem Tag des 50jährigen Vereinsjubiläums und gleichzeitig 30jährigen Fahnenjubiläums, die Festrede zu halten. Dem hochbetagten Gründer des Vereins, Adam Ellinger, überreichte er einen kostbaren Silberbecher mit Widmung, den anderen Mitbegründern und Vereinsveteranen Christoph Hildenbrand, Michael Schulz und Christian Röger künstlerische Urlunden. Den Festgottesdienst hielt Pfarrer Fink aus Enslingen. 21 Gastvereine hatten sich in Gailenkirchen eingefunden. Die Veranstaltung muss sehr schön und eindrucksvoll gewesen sein, denn das Haller Tagblatt vom 02.06.1930 berichtete über diesen Tag: "Es war ein Fest im Frühling, ein Fest des Liedes, das in der Erinnerung aller, die dabei gewesen sind, fortleben wird."
Auch während des 2. Weltkriegs ruhte die Vereinstätigkeit vollkommen, denn von den Männern waren nur wenige zu Hause. Nach der bedingungslosen Kapitulation wurden alle Vereine durch die Besatzungsmacht aufgelöst. Erst nach drei Jahren, am Sonntag, den 07.03.1948, fand die Wiedergründung des Vereins statt. Durch die von dem Kreisvorsitzenden des Württembergischen Sängerbundes, Baumann, vorgenommene Wahl wurde Johann Gramm wieder Vorstand des Vereins. Chorleiter wurde zunächst der Kaufmann Karl Seftel, ab 1949 Fritz Gramm. Erstmalig wurde bei der Versammlung auch ein Schriftführer gewählt. Der Kassier Karl Zimmermann übernahm noch zusätzlich dieses Amt. Mit 30 Sängern konnte die Arbeit wieder aufgenommen werden.
Das Jubiläumsjahr 1955 bescherte dem Dorf Gailenkirchen einige festliche Tage. Am Samstag, den 16.07.1955 fand abends ein Festbankett mit Heimattreffen statt. Bürgermeister Glück, Vorstand Georg Reber und Pfarrer Haas begrüßten die Gäste aus nah und fern. Ein reichhaltiges Programm, musikalisch vom Männerchor und der Musikkapelle Bühlerzell gestaltet, erfreute die Besucher. Anschließend erfolgte die Ehrung verdienter Sänger durch Landwirtschaftsassessor Hans Thomas im Auftrag des Schwäbischen Sängerbundes.
Der Sonntag begann mit dem Wecken durch die Musikkapelle Bühlerzell. Dem Festgottesdienst in der Marienkirche schloss sich eine Gefallenenehrung vor dem Kriegerdenkmal an. Die Sonne strahlte vom wolkenlosen Himmel, als sich am Nachmittag der festzug mit 24 Gastvereinen durch das geschmückte Dorf bewegte. Die ganze Gemeinde und zahllose Gäste aus nah und fern hatten sich an den Straßenrändern versammelt. Schnell füllte sich das Festzelt und die Musikkapelle Bühlerzell gab den Auftakt zur Fahnenweihe. Nach der Enthüllung der neuen Fahne durch die Ehrenjungfrauen und der Überreichung eines von ihnen gestifteten Fahnenbandes wurde sie dem Fahnenträger übergeben. Danach folgten die Liedvorträge der Gastvereine.
Den Abschluss der festlichen Tage bildete am Montag das Kinderfest.
Nun folgte wieder der Vereinsalltag. Der regelmäßig gute Singstundenbesuch, die kameradschaftliche Verbundenheit der Sänger mit ihrem Dirigenten und dessen unermüdliche Arbeit zeigten sich an den erfreulichen Leistungen des Chores.
Am 26.10.1957 wurde die Singgemeinschaft Gottwollshausen gegründet. Der Gesangverein "Eintracht" übernahm die Patenschaft.
Sechs Sänger verließen ihre Heimat und wanderten nach Amerika aus: 1924 Albert Hornung und Karl Thier, 1925 Fritz herrmann, 1951 Karl Gronbach, 1953 Hermann Klewer und 1956 Hans Hartmann.
Ein besonderes Erlebnis für alle Sänger war die Durchführung der ersten Weihnachtsfeier am 22.12.1979 in der neuen Turn- und Festhalle, die am 06.10.1979 eingeweiht und ihrer Bestimmung übergeben wurde.
Das Jahr 1979 brachte für die Vereinsmitglieder außerdem viel Mühe und Arbeit, stand doch das 100jährige Vereinsjubiläum vor der Tür. Nach vielen Sitzungen und Besprechungen konnte das Jubiläumsfest vom 11. bis 13. Juli 1980 stattfinden. Das Fest begann am Freitag mit einer Wein- und Bierprobe sowie Liedvorträgen des Gesangvereins "Eintracht". Am Samstagnachmittag feierte die Grundschule Gailenkirchen-Gottwollshausen ihr Schulfest, gefolgt von einem Heimatabend unter Mitwirkung des Kirchen- und Kinderchores. An diesem Abend überreichte Schwäbisch Halls Oberbürgermeister Karl-Friedrich Binder die vom Bundespräsidenten verliehene Zelter-Plakette. Außerdem wurden einige Mitglieder für langjährige Vereinszugehörigkeit geehrt.
Der Sonntag begann mit einem Festgottesdienst in der Turn- und Festhalle. Anschließend trafen sich die 32 Gastvereine in der Halle und im Festzelt zum Freundschaftssingen. Am Nachmittag ging der Festzug durch den Ort, der aus 12 Festwagen, 12 Reitern des Reitvereins Schwäbisch Hall, dem Musikzug des TSV Sulzdorf, den Festdamen, den Großen Siedershof sowie den Gastvereinen bestand. Mit Unterhaltungsmusik und Tanz wurde am Abend das 100jährige Jubiläumsfest abgeschlossen.
Kaum waren die mit viel Arbeit verbundenen erlebnisreichen Festtage vorbei, begannen wieder die wöchtenlichen Übungsstunden, die Beteiligung am kulturellen Leben des Dorfes.
Eine seltene Ehrung gab es bei der Weihnachtsfeier am 20.12.1986 in der Turn- und Festhalle. Seit 50 Jahren dirigierte Chorleiter Fritz Gramm seine Sänger. Bei der Weihnachtsfeier 1936 hatte ers einen ersten öffentlichen Auftritt. Für diesen langjährigen Einsatz bekam er die "Goldene Chorleiterehrennadel mit Schleife" des Deutschen Sängerbundes verliehen. Nach 51jähriger Tätigkeit legte Fritz Gramm sein Amt am 30.06.1987 altershalber nieder. Als Nachfolger konnte der Verein Rainer Ellinger aus Schwäbisch Hall gewinnen.
Am 16.10.1988 wurde das Feuerwehrmagazin in der ehemaligen Scheune Roth eingeweiht. Dort befindet sich nun auch der Übungsraum unseres Vereins.
Fast wie im Fluge sind die 25 Jahre seit dem 100jährigen Vereinsjubiläum vergangen. In dieser Zeit beteiligten sich die Sänger vom Gesangverein "Eintracht" an einer Vielzahl von Veranstaltungen befreundeter Vereine.
In jüngster Zeit hinzugekommen ist das Wein- und Schlachtfest, zu dem im Jahr 2003 erstmalig eingeladen wurde und das schon in kurzer Zeit zu einem festen Termin in der Gemeinde geworden ist. Immer am letzten März-Samstag werden die Kessel angeheizt und ab 11.00 Uhr bieten wir bis zum späten Abend Kesselfleisch und Schlachtplatte.
Mit einem sehr harmonisch verlaufenen und gut besuchten Festkonzert wurde das Jubiläumsjahr am 12.02.2005 in der Turn- und festhalle eröffnet. Gut zwei Stunden lang unterhielten die "Eintracht" sowie Gastvereine aus Gailenkirchen und die Gesangvereine aus Gelbingen und Bibersfeld mit Liedvorträgen aller Art. In ihren Ansprachen hoben Vorstandsmitglied Friedrich Thier, Schwäbisch Halls Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim sowie Kochergaupräsident Siegfried Feuchter die Bedeutung des Gesangvereins als Träger des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens in der Ortschaft hervor.
Fortsetzung folgt